Reinhold Messner

Bergsteiger, Abenteurer, Kulturmanager und Autor

* 17.10.1944 in Vilnöss

Reinhold Messner, 1970 am Nanga Parbat Reinhold Messner ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Alpinismus. Als Kletterer, Winter- und Höhenbergsteiger vollbrachte er richtungsweisende Leistungen.

Seine Museumsprojekte in Südtirol vermitteln der Öffentlichkeit wichtige Einblicke in die Kulturwelt des Himalaja sowie in die Geschichte des Bergsports.

Als erster Mensch betrat Messner die Gipfel aller 14 Achttausender. In Fachkreisen bekannt geworden durch die Wintererstbegehungen der Monte Agner-Nordkante (1967) und der Agner-Nordwand (1968), unterstrich der Südtiroler seine Klasse durch kühne Erstbegehungen und Solounternehmen in den Alpen. Bei der Eröffnung des „Mittelpfeilers“ am Heiligkreuzkofel (1968) meisterte Messner als erster Mensch in einer alpinen Wand den Grad VIII- (im schlecht gesicherten Vorstieg!); die Alleinbegehungen der Droites-Nordwand und der Phillip/Flamm-Führe an der Punta Civetta sowie die Erstbegehung des Direkten Ausstiegs zur Vinatzerführe in der Marmolata-Südwand im Alleingang setzten neue Maßstäbe.

Unter den Besteigungen aller Achttausender zwischen 1970 und 1986 sind folgende Unternehmungen besonders hervorzuheben: Erstbegehung der Rupalflanke am Nanga Parbat mit Abstieg über die Diamirflanke (1970), Erstbegehung der Nordwestwand am Hidden Peak im Alpinstil mit Peter Habeler (1976), Erstbesteigung des Mount Everest ohne Flaschen-Sauerstoff mit Peter Habeler (1978) und Besteigung des Nanga Parbat im Alleingang auf neuer Route über die Diamirflanke, Besteigung des Mount Everest im Alleingang (1980). 1989/90 durchquerte Messner mit Arved Furchs die Antarktis.

In zahlreichen Werken von zum Teil hoher literarischer Qualität schildert Messner seine Erlebnisse und gibt Einblick in sein Denken. Messners stark von Paul Preuß beeinflusste bergsportliche Ethik geht davon aus, dass das Erleben beim Bergsteigen desto höherwertig ist, je unmittelbarer der Mensch mit den Gefahren und Schönheiten der Natur Kontakt hat; ein Übermaß an technischem Einsatz führt zum „Mord am Unmöglichen“ und verhindert damit die existentielle Erfahrung.