Manfred Sturm

Wirtschaftsingenieur und Bergführer

* 7.7.1936 in München

Manfred Sturm 2010Wie viele andere Münchner Alpinisten hatte auch „Mani“ Sturm seinen ersten Felskontakt im Buchenhainer Klettergarten und erhielt in der Jungmannschaft der DAV-Sektion Oberland eine solide bergsteigerische Ausbildung.

1960 gelang Sturm als Mitglied einer von Horst Wels geleiteten Andenexpedition die Besteigung des 6344 Meter hohen Siula Grande in der Cordillera Huayhuash.

Im folgenden Jahr nahm er an der Herrligkoffer-Expedition zur Diamirflanke des Nanga Parbat teil, musste aber den Aufstieg zum Gipfel auf rund 7500 Metern abbrechen.

1966 kehrte Sturm nach Peru zurück, wo ihm gemeinsam mit Reinhold Obster und Peter Scholz die Erstbesteigung des schwierigen Sechstausenders Siula Chico glückte.

Mit dem Münchner Kletterer Dietmar Ohngemach stellte Manfred Sturm gegen Ende der sechziger Jahre die endgültige Routenliste für das Pause/Winkler-Oeuvre „Im extremen Fels“ zusammen. Dabei kam es den beiden sehr zustatten, dass sie die meisten der bedeutenden Felsfahrten zwischen Gesäuse und Dauphiné aus eigener Erfahrung kannten.

1980 bestieg Sturm den Achttausender Shisha Pagma im tibetischen Himalaja.

Ins alpine Geschehen griff Sturm aber auch auf der organisatorischen Ebene ein: So war er 1968 maßgeblich an der Gründung des DAV-Sicherheitskreises beteiligt. Von 1980 bis 1984 war Sturm als Referent für Bergsteigen beim Deutschen Alpenverein tätig und trug wesentlich zur didaktischen Neustrukturierung des ehrenamtlichen Ausbildungssystems nach sportwissenschaftlichen Kriterien bei.

Außerdem setzte er sich erfolgreich für die Öffnung des Deutschen Alpenvereins gegenüber dem damals aufkommenden Freiklettern ein. Nach dem Tod Karl M. Herrligkoffers übernahm Sturm 1991 den Vorsitz des Deutschen Instituts für Auslandsforschung, den er mit einer Unterbrechung in den Jahren 2002/2003 bis heute innehat. Seit 1998 engagiert sich der Unruheständler auch als Erster Vorsitzender beim Trägerverein des Kletterzentrums München-Thalkirchen.