Jürgen Winkler

Fotograf, Autor und Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer

* 11.3.1940 in Berlin

Geboren in Berlin, wuchs Jürgen Winkler im nordhessischen Frankenberg an der Eder auf und begann nach seiner Übersiedelung nach Frankfurt/Main als Achtzehnjähriger mit dem Bergsteigen.

Von 1962 an bildete Winkler mit dem Frankfurter Extrembergsteiger Pit Schubert eine leistungsfähige Seilschaft, die in den anspruchsvollsten Alpenwänden erfolgreich war. Bekannt wurde der bescheidene Spitzenalpinist jedoch nicht seiner vielen namhaften Bergfahrten wegen, sondern vor allem als Fotograf und Autor. Das gemeinsam mit Walter Pause herausgegebene Buch „Im extremen Fels“ wurde für eine ganze Generation deutschsprachiger Felskletterer zum wegweisenden Standardwerk. Die darin enthaltenen Bergaufnahmen machten Jürgen Winkler zusammen mit seinen Bildbänden und Kalendern zu einem der einflussreichsten deutschen Bergfotografen.

Nach einer Besteigung des Walliser Breithorns im Sommer 1958 lernte Jürgen Winkler das Klettern in den Felsen des Hunsrücks und des Taunus. Im Sommer 1962 holte er gemeinsam mit dem damals ebenfalls in Frankfurt lebenden Pit Schubert zu einem alpinen Rundumschlag aus: In der Predigtstuhl-Nordkante nahmen sie Tuchfühlung mit dem Kaiserfels auf, schoben die Fleischbank-Ostwand nach und avancierten zur Westwand des Totenkirchls. Die ersten Schritte im Steileis taten sie dann in der Wiesbachhorn-Nordwestwand und der Palavicinirinne, ehe Winkler und Schubert in die Brenta wechselten, wo die Foxkante an der Guglia und die Oggioniverschneidung an der Brenta Alta gemacht wurden. Es folgten die Königspitze-Nordwand, der Bumillerpfeiler am Piz Palü und die Badilewand. Nun fühlten sich die beiden erfahren genug, um es mit den großen Westalpenwänden aufnehmen zu können. Sie begannen mit der Lenzspitze-Nordwand. Im Montblanc-Gebiet glückte die 5. Begehung des gesamten Peuterey-Grates und die Durchsteigung des Walkerpfeilers an den Grandes Jorasses. 

Von 1965 an schoss Winkler die Wandfotos für das gemeinsam mit Walter Pause geplante Werk „Im extremen Fels“, das 1970 erschien und in den siebziger und achtziger Jahren zum Kultbuch der deutschen Kletterszene wurde. 1970 nahm Jürgen Winkler auch an der Herrligkoffer-Expedition zur Rupalflanke des Nanga Parbat teil; der Verlust eines Steigeisens beim Aufstieg zu Lager 4 vereitelte jedoch den Gipfelerfolg. Von 1971 an war Winkler vor allem als Trekkingführer für die Berg- und Skischule des Deutschen Alpenvereins (später Summit Club) tätig. Die fotografische Ausbeute dieser Reisen schlug sich unter anderem in den prachtvollen Bildbänden „Nepal“ (1976) und „Himalaya“ (2000) nieder. Kurz nach Erscheinen des letztgenannten Werks erhielt Jürgen Winkler einen Sonderpreis des Deutschen Alpenvereins für seine Verdienste um die Fotografie im Gebirge.