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Stete Danksagung!
Seine Familie hatte als ihr Abschiedwort gewählt: ‚Wir sind den Weg gemeinsam zu Ende gegangen’.
Als jahrzehntelange Weggefährten zollen wir ihnen und ihm höchsten Respekt für diese letzte Wegstrecke, die ebenso wenig leicht war wie viele vorhergehende Lebensabschnitte des Menschen Ludwig Delp, der uns Freund und zu Stiftungsrat zugleich war.
Im Jahre 1921 geboren, musste Ludwig Delp als Abiturient 1940 in den Krieg, wurde 1945 schwer verwundet. Das Studium der Rechtswissenschaften nahm er 1946 in München auf und konnte es 1950 bei 257 Bewerbern unter den ‚Top Ten’ abschließen. Seinen ‚Dr.jur’ erwarb er 1951 mit ‚Magna cum laude’. In den folgenden beruflichen aktiven Jahrzehnten erarbeitete er sich einen hervorragenden juristischen Ruf für „das gesamte Recht der Presse, des Buchhandels, des Rundfunk und des Fernsehens’. So auch der Titel einer jahrzehntelang herausgegebenen ‚Lose-Blatt-Ausgabe’ im Luchterhand-Verlag, München. Er war Gerichtsgutachter, mehrfacher Autor, Herausgeber zahlreicher Fachpublikationen. Die Universität Erlangen ernannte ihn 1993 zum Honorarprofessor. Zeitlebens gründete und betreute er an leitender Stelle intensiv zahlreiche Fachbibliotheken und Stiftungen.
Auch die ‚Karl-Maria-Herrligkoffer-Stiftung’ ist – juristisch – seine Schöpfung. Sein persönlicher Bezug zu den Bergen konkretisierte sich 1947, als er in die DAV-Sektion München eintrat und sich mit seinen Freunden immer höhere Gipfelziele setzte. Im Jahr 1961 war er Expeditionsteilnehmer der ‚Nanga-Parbat-Expedition zur Diamir-Flanke’.
Mit Karl-Maria-Herrligkoffer befreundet, initiierte er die Gründung unserer Stiftung, die schließlich zum 23.12.1954 als fizudiarische Stiftung ‚Deutsches Institut für Auslandsforschung’ juristisch existent wurde. Als ihr Stiftungsrat für den juristischen Bereich zuständig, vertrat er ab 1970 erfolgreich die Belange der Stiftung und des Stifters.
Im Stiftungsgründungsjahr hatte Ludwig Delp mit der Diplom-Bibliothekarin Irmgart Roters die Ehe geschlossen. 1955 wurde sein Sohn Joachim geboren, der 26 Jahre später zum Leid seiner Familie im Karwendel den Bergtod erlitt; 1960 kamen dann die Zwillinge Gisela und Peter zur Welt. Den Delp’schen Familiensitz legte er später nach Grünwald vor München. Von seiner Kanzlei in der Stadtmitte Münchens, unfern des Hofgartens, sorgte er bis zu seiner schweren Erkrankung sich jahrzehntelang ehrenamtlich um alle juristischen und ideellen Vorgänge und Ziele unserer Stiftung – und auch von vielen anderen bürgerschaftlichen Ehrenämtern. Das ‚Bundesverdienstkreuz am Band’, das ihm 1988 verliehen wurde, ist dafür nur eine äußere, formale Bestätigung von und für unsere Mitbürger.
Ludwig Delp wird uns fehlen. Dass seine Persönlichkeit, sein Geist, seine Haltung und seine Handlungen weiterwirken durch das, was er geleistet hat, können wir – wenn wir nachdenken – nur bestätigen: denn die Stiftung lebt und wirkt mit ihrer, mit seiner Geschichte weiter.
So wird unsere Erinnerung an ihn auch eine stete Danksagung sein – und ist gleichzeitig seine steter Auftrag an uns, auf seine Art „ruhig und gelassen“ für unsere Stiftung zukunftsweisend jeweils das Richtige zu tun“!
Ludwig Delp hatte viele Talente, die selbst seinen Kameraden nicht bekannt waren. Seine Angehörigen haben nun seinen Freunden und Bekannten zum Abschied ein Gedicht von Ludwig Delps ausgewählt. Es erfasst und fokussiert bereits mit seinen ersten Zeilen Ludwig Delps substanzielles Denken und Empfinden, das ihn bei seinem Einsatz für ‚seine’ Stiftungen, aber auch in die Natur, zu den höchsten Bergen, aber auch zu den Menschen geführt hat:
„GOTT. Du bist in jedem Ding auf Erden,
In Freuden, Bitternis und Not,
Dein Hauch liegt über allem Werden
Im Morgenglanz und Abendrot.“
Ludwig Delp! Wir danken Dir; wir werden Dich nicht vergessen.
Der gesamte Stiftungsvorstand. |